Gros Ouvrage Rochonvillers (A8)



Bei diesem Werk der Ligne Maginot, verzichte ich einmal auf die sonst praktizierte Nichtnennung/Verschleierung des Werkes wie in den anderen Alben üblich. In diesem Werk gibt es nichts mehr zu schützen und man kann auch nichts mehr zerstören, denn dies wurde bereits in Vollendung durch Metalldiebe bewirkt .....

 

Das GO Rochonvillers gehört zu den 10 größten Werken der Ligne Maginot im Nordosten, der Hohlgang der Verbindungsgalerie vom Kasernenbereich zu den Kampfblöcken beträg rund 2,5 km. Der Artilleriebunker 5 ist der Einzige Block mit 4 Scharten (3 x 7,5 cm, 1 x 13,5 cm) im Nordosten der Linie, die Artillerieblöcke der anderen großen Werke, hatten nur maximal 3 Scharten. Einen größeren Block hatte nur das Werk St Agnes in den Seealpen, mit 6 Scharten (2 x 7,4 cm, 2 x 13,5 cm und 2 x 8,1 cm) weiterlesen .....

 

 

 

Fertiggestellt wurde das Werk im Jahr 1935 und die Baukosten betrugen rund 123 Millionen Franc, A8 war damit die drittteuerste Ouvrage im Nordosten. Die Besatzung bestand aus 782 Mann des 169. RIF und des 151. RAP, davon 26 Offiziere, Kommandant war Major Guillemain.

Rochonvillers hatte 9 Kampfblöcke und zwei abgesetzte Eingangsblöcke für Material (EM) und Personal (EH). Außerdem ist das Werk durch einem Hohlgang mit dem benachbarten Abri du Grand Lot verbunden. Dies sollte bei etlichen anderen Werken auch umgesetzt werden, viel aber dem"Rotstift" zum Opfer!
Der Kampfblock 9 befindet sich auf halber Strecke der Hauptgalerie zwischen Kaserne und den restlichen Blöcken und war mit einem MG Turm ausgestattet und sicherte die Ebene unter der die Eingangsblöcke liegen.
Die Eingangsblöcke liegen in einer Senke und deswegen konnte die schiefe Ebene am Materialeingang sehr kurz ausgelegt werden. Die restliche Überdeckung des Werkes beträgt wie bei den meisten anderen Werken ca. 25-30 Meter.

Das Werk war weder in die Kämpfe von 1940 beim Vormarsch der Deutschen, noch beim Vorrücken der US Arme 1944 involviert.
Es wurde mehrfach modernisiert, 1961 nach Gesprächen mit der NATO wurde das Werk Rochonvillers, Molvange und Soetrich, dieser zur Verfügung gestellt. Das M1 Munitionslager wurde komplett umgebaut und beherbergte bis 1967 das Headquarter der CENTAG (Central Army Group), die Kosten für den Umbau beliefen sich auf ca. 380 Millionen Franc.

Nach der Verlegung des Hauptsitzes der CENTAG nach Brunssum in den Niederlanden in die deaktivierte Hendrik-Kohlemine wurde das Werk 1980 erneut modernisiert und als atomwaffensichere Kommandozentrale der französischen Arme genutzt. Das Werk war so konzipiert, einer Personalstärke von 500 Mann Schutz zu bieten. Die beiden Eingangsblöcke wurden mit einem Erdwall versehen um diese gegen Splitterwirkung zu schützen.
Bis 1998 wurde das Werk durch einen kleinen Personalstamm permanent betrieben und instandgehalten. Nach dem Verlassen der Arme war das Werk lange Zeit weiterhin durch die Arme bewacht.
Anfang 2000 tauchten erstmalig Bilder vom Inneren des modernisierten Anlage auf. Zwischen 2011 und 2013 war es zeitweise möglich inoffiziell ins Innere der Anlage zu gelangen, bis das Werk im Mai 2013 Schrottdieben zum Opfer viel ……
Es gibt wie gesagt kein Werk der Linie das vergleichbar verwüstet wurde wie Rochonvillers. Die Kabelratten haben das Innere in eine schwarze Rußhölle verwandelt, in dem sie die Kabel im Bereich der Bahnhöfe auf Bettgestelle gepackt haben und dort die Isolierung gnadenlos abgebrannt haben. Durch die vielen Kunststoffeinbauten, bedingt durch die Modernisierungen des Werkes, entstand ein wahres Höllenfeuer … es muss tagelang gebrannt haben im inneren. Durch die Hitze die am Materialausgang ausgetreten ist, platze der Beton an der Innenseite des Splitterschutzwalles ab.
Nach diesem ersten Brand im Mai 2013, gab es zahlreiche weitere Brände, die dem einstmals großartigen Werk den Rest gaben. Lange Zeit konnte man das Innere der Anlage, ohne Angst um seine Gesundheit nicht betreten, selbst heute, 4 Jahre danach ist es nicht ratsam sich lange ohne Staubschutzmaske im Inneren aufzuhalten.

 

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