Tour Bericht Eins 2016

 

Wie heist es so schön ..... Alle Jahre wieder .....! Nachdem es im vergangenen Jahr nur zwei Mal geklappt hatte, ins "gelobte" Bunkerland zu fahren, war das Betonfieber und der Entzug nach Bunkerluft und Dunkelheit, am Anfang diesen Jahres entsprechend ausgeprägt!

Deswegen ging es am Wochenende nach Pfingsten wieder einmal los, dem Beton im Wald in unserem Nachbarland einen Besuch abzustatten!

Als erstes Ziel stand ein kleineres Petit Ouvrage auf dem Tourplan, welches uns noch unbekannt war. Nach den immer unvermeidlichen Stunden auf der Straße erreichten wir gegen Mittag die Zielkoordinaten. Vorort suchten wir dann eine geeignete Stelle um unseren fahrbaren Untersatz abzustellen, der keinen kilometerlangen Fußmarsch zum Objekt der Begierde von Nöten macht.

Petit Ouvrage

 

Ein geeignetes Plätzchen war auch relativ einfach zu finden und nach anlegen der üblichen "Spielkleidung" marschierten wir los zu einem der Blöcke des Werkes. Die letzten 70 Meter ging es dann wieder einmal durch meterhohes Gras und Brennnesseln, etwaigen Blutsaugern verschiedenster Art zum Trotze.

 

Am Block fanden wir auch ohne Umwege den Zugang in die "heiligen" Gefilde und schlüpften wie immer mit erhöhtem Pulsschlag durch den Einstig in die Dunkelheit! Scharte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Treppenschacht

Nach kurzem Erkunden des Blockes stiegen wir die zahlreichen Treppen in den Untergrund und begannen wie üblich Raum um Raum das Werk zu erkunden. Leider haben auch hier, wie überall an diesen Orten, Schrottdiebe, Vandalen und andere hirnlose Zeitgenossen ihre unverkennbaren Spuren hinterlassen. Ich frage mich immer wieder aufs Neue, warum man nicht in der Lage ist, auch solche relativ kleinen Werke, ohne dümmlich an die Wand gesprühter Pfeile, zu erforschen. GalerieDas Risiko sich in so einem kleinen Werk zu verirren, grenzt gegen NULL. Wer hier Probleme hat, soll doch einfach, bitte danke, zuhause bleiben, seine "Finger" von diesen Werken lassen und Halma spielen ....!

 

 

 

 

 

Im Küchenbereich der Kaserne war auch in diesem Werk die massive Kochstelle erhalten geblieben und wir stießen auch in den restlichen Räumen auf weitere Relikte aus der Zeit der Anlagennutzung.

Trafogehäuse

 

Panzerschott

 

Galerie

 

 

 

 

 

 

 

 

Treppenaufgang Block

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Durch weitere Räume und die Verbindungsgalerie ging es zum Block 3 des Werkes wo wir nach Erklimmen der obligatorisch vielen Treppen das Innere des Kampfbunkers erreichten.

 

 

Der MG-Turm war wie meist, in einem passablen Zustand und wurde sogleich auf Chip gebannt!

Turm Turm Filter im Block Waschgelegenheit im Untergeschoss des Blockes

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu guter Letzt noch einen Besuch des Kraftwerkes und Erkundung von Block 2. Hier gab es auch einen Zugang über die 47er Scharte, nur Außen etwas beengter wie an unserem genutzten Duschschlupf.

Kraftwerk Kraftwerk Block mit 47er Scharte Fahrstuhl zum Block

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach ca. 3 Stunden schlängelten wir uns wieder durch die Scharte ins Freie und machten uns wieder durch das brusthohe Grün auf den Weg zum Auto.

Als nächstes begaben wir uns zu einem Gros Ouvrage, welches nach Informationen immer noch von einem Schießverein genutzt wird, aber wir wollten das einfach einmal real Vorort abchecken. Am GO angekommen bewahrheitete sich die Sache, neben dem Entry Munition gibt es eine Schießbahn im Freien. Der EM selber sieht zwar etwas "lost" aus, wird aber augenscheinlich genutzt, was auch auf eine Schießbahn im Inneren hinweisen würde.

 

Munitionseingang

 

Panzerkuppel auf einem Block

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier müsste man wissen wer denn verantwortlich ist in diesem Verein, vielleicht könnte man dann eine Besichtigung des Werkes managen, wenn nicht geschossen wird.

 

Auf ging es dann zum Hotel, um nach dem Frischmachen wieder einmal den obligatorischen Besuch beim Mäckes zu tätigen, um die verbrauchten Kalorien wieder zu ergänzen!

 

Am Folgetag enterten wir unser Fahrzeug um zu einem GO zu fahren, das freundlicherweise wieder aufgegraben wurde, nach dem dieser Zugang erst im Herbst 2014 dicht gemacht worden war.

Vorort wurde allerdings erst einmal gefrühstückt (was sich in gewisser Weise als Fehler erwies), bevor wir uns auf den Weg zum Zugang machten. Als wir dann später auf dem Weg waren, fuhr ein kleiner Lieferwagen an uns vorbei in dem ein grimmig dreinschauender Mann mit Hund saß. Ein Crewmitglied, das wir vorab mit dem Gepäck schon etwas näher am Eingang abgesetzt hatten, berichtet dann, dass der Mensch genauso grimmig blickend vorbeigegangen wäre und auch nicht auf das freundliche Bonjour reagierte.

Tjoo nun war guter Rat teuer, schwer zu erraten waren unsere Absichten ja nicht und wer dort öfters mit dem Wautzi gassi geht, dürfte wissen was Sache ist. Ein kurzen Call an der richtigen Stelle und wir hätten die französische Ordnungshüterfraktion am Hals .....

Etwas abseits im Schutz der Bäume warteten wir erst einmal ab .... nur kam und kam der Mensch nicht mehr retour, was uns dann dazu bewog den Tagesplan umzuschmeißen, weil uns das Risk doch zu hoch war!

Also fuhren wir kurzerhand zu einem anderen GO auf unserer Wunschliste! Nach auch hier anfänglichen Schwierigkeiten (Rollerunfall, mit Vollprogramm Gendarmarie etc. direkt am Platz wo wir das Auto parken wollten), fanden wir den Zugang zum Werk. Allerdings war dieser schon von der etwas herberen Variante und wir beschlossen auch hier es lieber bleiben zu lassen, da einer aus der Crew nicht ganz der Freund sehr beengter Zugänge war.

Nach einer Weile Umherirren im dichten Unterholz (der grüne Dschungel sah irgendwie überall gleich aus) fanden wir endlich zurück zum Car.

Was nun .... ein Alternativziel zum Alternativziel in der Nähe hatte ich jetzt nicht so pauschal im Ärmel und es war mittlerweile schon nach Zwölf Uhr ....! Nach Abwägen aller Möglichkeiten beschlossen wir zu dem GO zu fahren, in dem ich meine realen Bunkertouren an der ML begonnen hatte. Der Rest der Truppe kannte dieses Werk noch nicht und auch wenn ich selber schon 2 Mal dort gewesen war, hatte ich kein Problem das Werk ein drittes Mal zu besuchen.

 

Nach Ankunft marschierten wir die kurze Strecke durch den Wald. Am Block angekommen war dieser von der Zugänglichkeit unverändert, also begaben wir uns nun endlich wieder in die ersehnte Dunkelheit und Stille.

Eingangsblock

 

Da ich eben schon zwei Mal dieses GO besucht hatte, verzichtete ich auf Bilder, den bekanntlich macht man in der Regle bei einem dritten Besuch keine "besseren" oder anderen Bilder mehr! Also hab ich dieses Mal die Begehung nur gefilmt.

Leider wurde in diesem Werk einfach auch schon viel und oft “randaliert“, entsprechend ist der Zustand ….. was einem, wenn man nicht so mit dem Fotografieren beschäftigt ist, so richtig intensiv und bewusst auffällt!

 

 

Nach gut 4 Stunden "zwängten" wir uns wieder durch den Zugang ins Sonnenlicht und liefen erfüllt mit der Hoffnung, dass wir am Folgetag in unser ersehntes Werk gelangen würden, retour zum Auto.

 

Am Morgen ging es dann auch schon wieder los und wir fuhren die kurze Strecke vom Hotel zum Startpunkt. Als wir in das noch davor liegende Dorf kamen, dachten wir im "falschen Film" zu sein ...... das komplette Kaff ein einziger Flohmarkt und Menschen über Menschen die schon am frühen Morgen durch die Stände wuselten! Erst hatten wir die Befürchtung gar nicht an den Platz zu gelangen, wo wir die Autos abstellen wollten, aber konnten dann doch über Umwege dorthin fahren!

Ohne großes Zögern luden wir das Gepäck an der Grenze des militärischen Bereiches ab und ich brachte das Auto unverzüglich zurück zum Abstellplatz und marschierte dann zügig zurück zum Rest der Truppe.

Gemeinsam ging es dann ohne "Kontakt" mit anderen sporttreibenden oder hundeausführenden Menschen weiter auf dem Forstweg zum "Eingang", der Gott sei Dank auch noch immer vorhanden war! So schnell wie möglich verschwanden wir durch das auch hier enge aber kurze Loch in die Kühle und Dunkelheit des Werkes. Leider war die "Erdrutsche" nach Innen durch die Feuchtigkeit entsprechend matschig und wir sahen schon zu Beginn der Begehung aus wie kleine Erdferkel.

Nach Aufnahme des ebenso eingedreckten  Gepäckes machten wir uns auf den Weg in die ewige Dunkelheit ....

 

Way to the Darkness

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich wusste zwar, dass es auch in diesem Werk schon den einen oder anderen Brand durch Kabelratten gegeben hatte, aber der doch sehr massive Ruß übertraf dann doch meine Vorstellungen die ich im Vorfeld gehabt hatte. Es ist immer wieder ein Punkt wo ich mir denke, warum machen Menschen so etwas, nur wegen dem schnellen Geld ??! Dabei setzen sie doch selber ihre Gesundheit im hohen Maße aufs Spiel .....

Zuerst erreichten wir den Maschinenraum, auch hier ein Bild der Verwüstung, wo ich die Hoffnung hatte noch nicht ganz so viel Zerstörung vorzufinden. Leider sind die Kraftwerke aber halt auch die Bereiche, wo man das meiste Buntmetall vorfindet und somit fallen diese der Schrottfraktion eben auch als erstes zum Opfer und werden rücksichtslos ausgeschlachtet!

Verwerfungen durch Anhydrit

 

 

Der Kasernenbereich gab auch nicht mehr allzu viel her, wie in den meisten Werken, außer den schon hier zu findenden Verwerfungen durch Anhydrit, die dieses Werk besonders prägen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir begaben uns deswegen wieder in die Hauptverbindungsgalerie zu den Kampfblöcken und marschierten erst einmal in den hinteren Teil des Werkes um in den Block 1 zu steigen!

 

Überall auf dem Weg dorthin, stießen wir auf die "Zerstörungen" durch die Natur selbst, die dieses Werk irgendwann für immer zerstören wird. Wie schon erwähnt, befindet sich dieses Ouvrage und auch benachbarte Werke auf einer Gipsschicht, die durch Aufquellen die Böden in den Galerien und Kasernenbereichen nach oben drückt. An manchen Stellen reichen diese Verwerfungen über die Hälfte der Galeriehöhe hinaus. In keinem der benachbarten Werke ist dieses Phänomen so intensiv und ausgeprägt!

Verwerfungen durch Anhydrit Verwerfungen durch Anhydrit Verwerfungen durch Anhydrit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ziemlich am Ende des Werkes stiegen wir dann wieder einmal die schier unendlich wirkenden Stufen zum Artillerieblock des Werkes hinauf. Der Aufstieg wurde aber entlohnt dadurch, dass hier die Aufnahmen und Schwenkvorrichtungen der ehemaligen Artilleriegeschütze noch vorhanden waren!

Hier packten wir jetzt endlich die Kameras aus und machten unsere ersten Bilder.

Artillerieblock

 

Artillerieblock Artillerieblock

 

Filter Artillerieblock

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach ausgiebiger Erkundung des Blockes stiegen wir wieder hinunter zur Galerie und begaben uns zurück in Richtung des Ausganges. Die beiden kleineren Kampfblöcke erschienen uns nicht so interessant, dass wir die vielen Stufen nach oben klettern wollten, da wir auch wussten, dass zu zwei anderen Blöcken, die wir sehen wollten fast 500 Stufen vor uns lagen!

 

Nach dem einen oder anderen kurzen "Bilderstopp", erreichten wir den Aufstieg zu den beiden Blöcken.

Panzerschott

 

Lastenaufzug

 

Hauptgalerie

 

Lastenaufzug

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine weitere Besonderheit dieses Werkes ist, dass es einen Galeriebereich über eine zweite Ebene gibt, von der man dann weiter zu dem jeweiligen Block hochsteigen muss. Dies ist der Lage des Ouvrages geschuldet. Die fast ebenerdigen Eingangsblöcke im Tal und die Höhe des Bergrückens machten diese Maßnahme nötig.

Die Aufzugschächte bis ganz hoch zu den Blöcken wären zu tief geworden und so gab es einen zentralen Schacht und die Munition wurde dann über Laufkatzen weiter über die Verbindungsgalerie zu den beiden Aufzügen der Kampfblöcke gebracht!

Zwischenebene Zwischenebene

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem wir die Zwischenebene erreicht hatten, stiegen wir hoch zu beiden Blöcken und erforschten Beide. In einem der beiden Türme war noch die Waffe zu erspähen, allerdings der Durchschlupf in die Kuppel so eng, dass wir darauf verzichteten nach oben zu klettern .....

Hebeanlage Panzerturm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zeit in so einem großen Werk verfliegt meistens und deswegen machten wir uns über das zentrale Treppenhaus wieder auf den Weg hinunter in die Hauptgalerie. Dort angelangt liefen wir wieder zurück zum M1 Lager, um auch diesem noch einen Besuch abzustatten. Dort sollte im ersten Abzweig zum Lagerbereich auch die größte Verwerfung zu finden sein.

 

Auf dem Weg machten wir noch einen kurzen Schwenk in die Küche und den Versorgungsbereich des Werkes, um das Originalschild der Weinausgabe für die Werksbesatzung abzulichten und ein paar Bilder des Ofens und Backrohres zu schießen.

 

Weinausgabe Küche

Backofen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schon von weiter konnte man im Licht der Lampen erkennen wie sich der Boden der Galerie in Richtung der Galeriedecke wölbte als wir uns dem M1 näherten!

Angekommen erschloss sich uns die Kraft erst richtig, die da wirkt, damit sich so massiver Beton in diesem Maß nach oben verwirft. Wir stiegen über die Verwerfung und machten Bilder von beiden Seiten.

 

Verwerfung

Verwerfung

Verwerfung

Verwerfung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wieder war ziemlich viel Zeit dabei vergangen und wir beschlossen, da wir ja auch noch die lange Fahrt in die Heimat vor uns hatten, uns langsam zum "Ausgang" zu begeben und über die Matschrutsche ins Tageslicht zu kriechen.

Nach dem wir uns dann mit samt unserem Gepäck durch das Loch gewunden hatten, standen wir völlig eingesaut, aber glücklich zurück im Tageslicht, um uns dann auch auf dem schnellsten Wege zum Auto zu begeben, damit wir am Ende nicht doch noch etwaigen Ordnungshütern in die Arme laufen!

 

Am Fahrzeug angekommen, erst mal Klamottenwechsel und die verdreckten Sachen samt Schuhwerk in Müllsäcke verstaut. Dann ging es kurz entschlossen noch einmal zum Mäckes um für die bevorstehende Fahrt nach Germany noch etwas Energie zu "tanken".

 

Gestärkt machten wir uns dann auf den Weg zur Autobahn und ließen das Erlebte noch einmal im Geiste Revue passieren und wussten es ist nicht das letzte Mal gewesen!

 

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